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Neuer Steig im hinteren Wimbachtal freigegeben

Nach Felssturz am Trischübel 2025

06.07.2026

Wanderwege Nr. 411 und 421 wieder begehbar

Der neue Steig im hinteren Wimbachtal zum Trischübel-Pass ist ab sofort freigegeben. Auf rund 600 Metern Länge überwindet der neue Steig gut 200 Höhenmeter, 25 Meter Stahlseil und zehn Trittbügel wurden verbaut. Der alte Steig war bei einem großen Felssturz im August 2025 verschüttet worden und ist seitdem wegen der Gefahr weiterer Felsabbrüche gesperrt. 

Wichtig für die Tourenplanung: 

Der neue Weg bleibt zwar wie der alte Steig insgesamt als „roter“ und damit „mittelschwerer“ Steig klassifiziert, dennoch weist er abschnittsweise Schwierigkeiten auf: Im oberen Teil muss eine drahtseilversicherte und absturzgefährdete Steilstufe durchstiegen werden. Eine leichtere Trassierung war im dynamischen Gelände des hinteren Wimbachtals nicht möglich.  

 

Rund 4.000 Kubikmeter Schutt und Gestein haben die Wanderwege Nr. 411 und 421 bei einem Felssturz am 5. August 2025 im hinteren Wimbachtal verschüttet. Nach einem vor Ort-Termin mit dem Geologen Dr. Stefan Kellerbauer und weiteren Experten steht nun fest: Die Felssturzgefahr ist weiterhin groß, die Wege bleiben bis auf Weiteres gesperrt. Von der Sperrung nicht betroffen sind die Wanderwege vom Parkplatz Wimbachbrücke zu den Berghütten Wimbachschloss und Wimbachgrieshütte. Auch der Abstieg von der Watzmann-Südspitze ins Wimbachtal ist nicht betroffen.

Dr. Stefan Kellerbauer, Geologe aus Marktschellenberg, hat den Felssturzbereich im hinteren Wimbachtal kurz vor dem Trischübelpass zwei Tage nach dem Ereignis in Augenschein genommen. Auch wenn zu einem finalen Gutachten noch weitere Analysen folgen müssen, steht für den Geologen fest: Im Bereich des Felssturzes besteht weiterhin Gefahr für Leib und Leben, die Sperrung des verschütteten Steiges ist aus Sicht des Experten unausweichlich: „Es besteht Gefahr durch einen weiteren Felssturz, da nicht alle labilen Bereiche abgegangen sind. Rund 4000 Kubikmeter Fels sind beim Felssturz am Dienstag bereits abgebrochen. Aber es gibt an der Ausbruchstelle noch ein labiles Volumen von mindestes der gleichen Größe, eventuell sogar mehr. Und es gibt eine sichtbare, offene Spalte in der Felswand, aus der bereits Material ausgetreten ist.“ 

Der Bereich des Felssturzes befindet sich am Ende einer geologischen Störungszone, die über viele Kilometer in den nördlichen Kalkalpen verfolgbar ist: die so genannte „Torrener Joch-Zone“. Diese setzt sich bis nach Österreich ins Lammertal fort. Das Gestein in solchen Störungszonen ist durch tektonische Vorgänge stärker zerbrochen als im Umfeld, was das Auftreten von Felsstürzen begünstigt. Bis das geologische Gutachten vorliegt, sind weitere Analysen erforderlich, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Mindestens bis dahin bleiben die Wege Nr. 411 und 421 im hinteren Wimbachtal kurz unter dem Trischübelpass gesperrt. Nationalpark-Revierleiter Martin Weckel appelliert an Wanderer und Bergsteiger, die Sperrung ernst zu nehmen: „Niemand weiß, wann weiteres loses Gestein abgeht. Das kann jederzeit der Fall sein. Der Weg ist auf einer Länge von rund 100 Metern komplett verschüttet und auch im weiteren Umgriff der Sturzrinne besteht akute Steinschlaggefahr.“ Bis zu Fertigstellung des Gutachtens ist die Nationalparkverwaltung zur Prüfung von Alternativlösungen in Abstimmung mit dem Geologen sowie weiteren Experten und Interessensgruppen.

(Pressmitteilung NPV Berchtesgaden, NR. 32/2025 vom 08.08.2025)