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Großes Jubiläum vor beeindruckender Kulisse

Stöhrhaus am Untersberg feiert 125-jähriges Bestehen – Umweltgütesiegel an die Hütte verliehen

06.06.2026

Die Sektion hat auf dem Stöhrhaus das 125-jährige Bestehen der Berghütte mit einer Bergmesse, Festreden und der Verleihung des Umweltgütesiegels der Alpinen Vereine gefeiert.

Zu Beginn der Feierlichkeiten fand auf dem Gipfel des Hochthrons eine Bergmesse statt, die vom Trachtenverein D'Untersberger organisiert wurde. Rund 80 Bergsteiger versammelten sich am Gipfelkreuz. Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob zitierte eingangs den Tiroler Altbischof Reinhold Stecher: »Viele Wege führen zu Gott. Einer geht über die Berge.« Musikalisch wurde die Messe von zwei Weisenbläsern umrahmt.

Im Anschluss verlagerte sich das Fest auf das Stöhrhaus. Die erste Vorsitzende der DAV-Sektion Berchtesgaden, Gabi Schieder-Moderegger, ließ in ihrer Ansprache die 125 Jahre seit dem Bau des Stöhrhauses Revue passieren. Sie betonte die Demut vor den Leistungen der Erbauer, die die Hütte mit reiner Muskelkraft und Ausdauer, ohne Maschinen oder Hubschrauber, errichtet hatten. Ebenso hob sie den Idealismus der Hüttenwirte und die Dankbarkeit gegenüber den vielen ehrenamtlichen Helfern hervor.

Wie Schieder-Moderegger ausführte, gibt die Geschichte des Stöhrhauses mit all den Widrigkeiten, die es überstanden hat, Mut für die Zukunft: Die Sektion wolle die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, aktiv angehen. Dazu zählen auch konkrete Maßnahmen vor Ort. So sollen die neuen Trockentoiletten, die derzeit im Bau sind, im Juli fertiggestellt werden und dann jährlich rund 50 000 Liter Wasser einsparen.

 

Zum Schluss ihrer Rede übergab Schieder-Moderegger dem Hüttenwirt Florian Freundl eine Holztafel mit Jubiläumsinschrift und dankte ihm für die gute Zusammenarbeit.

Anschließend berichtete Berni Zauner über den Bau des Klettersteigs am Untersberg. Laut seinen Ausführungen war der Steig vor 20 Jahren von Richard Koller und weiteren Helfern ohne Unterstützung eines Helikopters fertiggestellt worden. Der jahrelange ehrenamtliche Einsatz, um den Klettersteig instand zu halten, verdiene hohe Anerkennung, so Zauner.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war die Übergabe des Umweltgütesiegels der Alpinen Vereine. Die Umweltgüte-Jury des Deutschen Alpenvereins zeichnete Hüttenwirt Florian Freundl und die Sektion, vertreten durch Gabi Schieder-Moderegger, mit dem Siegel aus. Das Umweltgütesiegel bescheinigt dem Wirt eine nachhaltige und regionale Bewirtschaftung der Hütte sowie der Sektion eine ökologische, nachhaltige und regenerative Bauweise und Ausstattung des Stöhrhauses. Zuvor war auch das Schneibsteinhaus von der Jury geprüft worden, die Auszeichnung ist für 2027 vorgesehen.

In seiner Ansprache würdigte Jürgen Gutekunst vom DAV-Bundesverband die Arbeit der Sektion Berchtesgaden auf all ihren Berghütten. Die Sektion hat »alle ihre Hütten zukunftsträchtig saniert und energetisch optimal ausgebaut«, wie er hervorhob. Dank des Engagements der Vorsitzenden sei die DAV-Sektion Berchtesgaden die einzige Sektion, bei der bald alle fünf Hütten mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet sind, lobte Gutekunst.

In der Dämmerung entzündeten die Untersberger schließlich das Sonnwendfeuer, das den Abschluss des Festtages auf dem Stöhrhaus bildete.

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