© DAV Berchtesgaden

DAV Sommerfest "Feel the Jam"

Heißer Abend, heiße Rhythmen in der Strub

12.07.2026

Sommerfest erstmals als Open-Air-Konzert – »Dis M« bringt die Menge in Bewegung 

 

Es war ein heißer Tag im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur die Temperaturen passten perfekt zum Sommerfest der DAV-Sektion Berchtesgaden, auch die Bands heizten den rund 400 überwiegend jungen Besucherinnen und Besuchern gehörig ein. Denn erstmals hatte die Sektion das Fest unter dem Titel »Feel the Jam« als Open-Air-Konzert organisiert. Bevor die Stimmung am Abend bei der Hauptband »Dis M« überkochte, hatten sich die heimischen Bands »Twisted Minds« und »Floorless« in die Herzen der Fans gespielt.

»Es war die richtige Entscheidung«, frohlockte Sektionsvorsitzende Gabi Schieder-Moderegger nach dem perfekten Abend. Denn das traditionelle Sommerfest im bisherigen Modus stand wegen des nachlassenden Interesses der letzten Jahre schon vor dem Aus. »Wir mussten entweder einen Schlussstrich ziehen oder was G'scheit's machen«, erklärt Gabi Schieder-Moderegger. Und letztendlich war es dann mit dem Open Air als Hauptattraktion doch »was G'scheit's«. Rund 400 Besucherinnen und Besucher ließen sich auch von dem gehobenen Eintrittspreis nicht abschrecken und haben den Besuch nicht bereut. Immerhin durfte man an diesem Abend über fünf Stunden Musik mit drei Bands genießen.

 

Dabei hatten es die einheimischen Bands, die bei noch großer Hitze auf der Bühne standen, nicht leicht. Viele Besucher waren da noch im Freibad oder suchten sich einen schattigen Platz auf dem Festivalgelände, wo es unter ehrenamtlicher Mithilfe der Sektionsmitglieder mehrere Stände mit kulinarischen Angeboten gab. Die Jungmannschaft betrieb sogar eine eigene Bar, in der köstliche Cocktails gemixt wurden.

Dennoch gab es viel Applaus für das Berchtesgadener Akustik-Duo »Twisted Minds« mit Wasti Nock und Mario Rechtenbach, die erstmals nach fünf Jahren wieder zusammen auftraten. Und auch »Floorless«, die man schon vom Vogelwuid-Festival her kennt, bekamen viel Anerkennung für ihren mutigen Auftritt. Sängerin Anna nahm mit Unterstützung ihrer Bandkameraden sogar die Herausforderung an, Songs von Amy Winehouse und Linda Perry (»What's Up?«) zu interpretieren. Und bei »Lynyrd Skynyrds« Südstaaten-Hit »Sweet home Alabama« stimmte dann auch das Publikum mit ein – »where the skies are so blue«.

 

So richtig Bewegung in die Sache kam dann kurz vor Einbruch der Dämmerung, als das gut gelaunte Quartett von »Dis M« zu seinen Instrumenten griff. Von Anfang an wurde getanzt, gesungen, gelacht. Vor allem die Frontmänner Elias und Tobias verstanden es, mit dem Publikum zu kommunizieren und zu scherzen. Dazu passten perfekt die Gute-Laune-Rhythmen, die für Bewegung bis in die hinterste Reihe sorgten. Es gab eine gesunde Mischung aus Reggae, Hip-Hop und Ska-Musik, gewürzt mit bayerischen Texten zum Mitsingen. Und da zeigte sich das überwiegend junge Publikum sehr textsicher – egal ob beim Song »Kastanienbaum«, eine Hymne auf den Rückzugsort bei den Großeltern, oder bei der emotionalen Ballade »I denk immer no an di«.

Dass die Band vom Chiemsee hier erstmals beim Alpenverein auftreten durfte, schien die Musiker zu freuen. Obwohl Sänger und Gitarrist Elias einräumte, dass er mit den Bergen eigentlich wenig am Hut hat. Der im Hintergrund vom Abendlicht warm erleuchteten Watzmann schien ihm zwar zu imponieren, an eine Besteigung aber denkt Elias nicht. Und doch nutzte die Band den Auftritt für eine Hommage an den »Schicksalsberg«. Man taufte den Song »Glockner«, in dem es um Freiheit, Sehnsucht, Natur und die Flucht aus dem Alltag geht, einfach in »Watzmann« um.

 

So war es ein perfekter Abend – für alle Kletterer, Bergfreunde, Musikliebhaber und Feiernde. Eine Wiederholung im nächsten Jahr nach ähnlichem Konzept ist sehr wahrscheinlich. Auch das Wetter will man dann wieder ähnlich bestellen.

© Berchtesgadener Anzeiger: Ulli Kastner