Am 04. Oktober luden die vier bayerischen Bergsteigerdörfer Ramsau, Schleching, Sachrang, und Kreuth zu einer gemeinsamen Schwendaktion ein. So trafen sich am vergangenen Wochenende Ehrenamtliche Helfer der DAV Sektion Berchtesgaden, der Gemeinde sowie der Bergwacht Ramsau mit Rangern des Nationalparks, um zusammen die Gugl-Schiabfahrt freizuschneiden.
Die „Gugl“ ist eine unter Einheimischen sehr beliebte und oft begangene Schitour. Noch im Zeller-Führer von 1911 wird die Gugl nur am Rande erwähnt, denn dort sei es absolut unmöglich eine reizvolle Abfahrt zu finden. Dies ändert sich aber in den 30 Jahren: Um FIS-Rennen auszutragen, wird die heute bekannte Schneise geschlagen, die von der Wimbachbrücke an den Stubenalmen vorbei bis zum Gipfel der Gugl führt. Einige Jahre später werden die Rennen eingestellt und die Gugl bleibt sich selbst überlassen. Die ehemalige Schiabfahrt jedoch existiert bis heute und findet Einzug im Nationalparkplan: Zum Schutz der Rauhfußhühner sollen die Schitourengeher auf die Hauptabfahrt gelenkt werden. Deswegen ist es Aufgabe der Nationalparkverwaltung, dafür zu sorgen, dass die Schneise regelmäßig freigeschnitten wird.
Am Samstagmorgen ging es los. Das Wetter war genau richtig: Zwar bewölkt aber trocken, so dass sich die 23 Helfer mit Astscheren, Freischneidern, und Motorsägen von den Stubenalmen aufwärts arbeiten konnten. 5 Jahre ist es bereits her, dass die Schiabfahrt das letzte Mal ausgeschnitten worden war und so gab es zahlreiche Fichten, Lärchen und Laubbäume zu entfernen. Weit bis in den Nachmittag hinein waren die Ehrenamtlichen beschäftigt, bis sie das obere Ende unterhalb des Watzmanns erreichten.
Zur Stärkung spendierte die Nationalparkverwaltung allen Helfern eine zünftige Brotzeit bevor der Tag einen gemütlichen Ausklang im Wirtshaus Hocheck fand.
Dabei ist das Schwendten keinesfalls nur ein Selbstzweck, sondern ein unverzichtbarer Beitrag für die Biodiversität. Es dient nicht nur den Schifahrern auf der Gugl oder den im Sommer dort grasenden Kühen, sondern insbesondere Insekten, Vögeln und Pflanzen, die auf den artenreichen Wiesen ihren Lebensraum finden. So sind auf Almgebieten rund 90 Pflanzen- und knapp 50 Schmetterlingsarten der Roten Liste Bayern zu finden. Auch die stark gefährdeten Raufußhühner, wie Auerhuhn und Birkhuhn, profitieren von den offenen, gepflegten Almflächen.
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