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Allgemeines und Wissenswertes:
Der Untersberg ist der nördlichste Gebirgsstock der Berchtesgadner Alpen.
Quer über ihn verläuft die deutsch-österreichische Grenze. Die bedeutendsten
Erhebungen sind auf der österreichischen Seite der "Salzburger
Hochthron" und auf der deutschen Seite der "Berchtesgadner
Hochthron". Der Kletterer findet an seinen Wänden eine beträchtliche
Anzahl von Kletterrouten in den verschiedensten Schwierigkeitsgraden. Die
nachfolgende Auswahl handelt nur von Routen rund um den Berchtesgadner
Hochthron. Wegen seiner relativ niedrigen Höhe von knapp 2000 m und seiner
Ausrichtung von Süd-Ost im rechten Wandteil (vormittags Sonne, nachmittags
Schatten) bis Süd-West im linken Wandteil (vormittags Schatten, nachmittags
Sonne) findet der Kletterer vom Frühjahr bis in den späten Herbst fast immer
ideale Bedingungen vor. Bei manchen Kletterrouten kann es allerdings
vorkommen, das nach längeren Regenfällen durch die teilweise verkarstete
Hochfläche Wasser durch das Innere des Berges dringt und durch Risse und
Löcher wieder zu Tage tritt. Deshalb ist es sinnvoll für Begehungen von
einigen Routen 2 - 3 Sonnentage abzuwarten.
Zufahrt und Zustieg:
Talort und Ausgangspunkt für die Besteigung des Untersberges über den
Normalweg ist Maria Gern, ein kleiner Ortsteil ca. 3 km von Berchtesgaden..
Erreichbar mit dem Auto oder durch einen Linienbus. Von der Endhaltestelle
"Hintergern" ca. 1 km bergauf bis zum Ende der Straße (Achtung hier
keine Parkmöglichkeit für Autos). Nun über den gut ausgebauten
"Stöhrweg" auf das schon weithin sichtbare Stöhrhaus. Das Stöhrhaus
ist ein Unterkunftshaus des DAV der Sektion Berchtesgaden, mit 15 Betten und
54 Matratzenlagern
(Tel. 08652 / 7233). Öffnungszeiten von Mitte Mai bis Ende Oktober. Vom Haus
in ca. 10 min zum Gipfel des Berchtesgadner Hochthrons. Anstiegszeit ca. 2, 5
- 3 Stunden von Hintergern.
Wandertipp:
Von Berchtesgaden mit dem Linienbus (Linie 40, Berchtesgaden - Salzburg)
bis zur Haltestelle St. Leonhardt- Untersbergseilbahn. Mit der Seilbahn zum
Salzburger Hochthron. Nun weiter zu Fuß über den sogenannten Hochflächen
Übergangsweg zur Mittagsscharte und weiter zum Stöhrhaus, ca. 2,5 - 3
Stunden. Abstieg über den Stöhrweg nach Hintergern, ca. 2, 5 Stunden.
Rückfahrt mit dem Linienbus nach Berchtesgaden, letzte Rückfahrt z. Zt. 18.45
Uhr. ( Auskunft über eventl. geänderte Rückfahrtszeiten unter 08652/944812 /
944820) Andere Anstiege zum Untersberg bzw. Stöhrhaus sind im AV Führer
Berchtesgadener Alpen zu finden.
Zustieg für Kletterer:
Talort für den Zustieg zu den Kletterrouten am Untersberg ist
Marktschellenberg, eine kleine Gemeinde ca. 10 km nördlich von Berchtesgaden.
Von hier nach Ettenberg, ca. 5 km bis zu einem Wanderparkplatz auf der
rechten Strassenseite. Nun zu Fuß, zuerst auf einer Forststraße und später
über einen Steig zum Scheibenkaser ca. 1 - 11/4 Stunden. Am Scheibenkaser
rechts vorbei und steil bergauf zum Wandfuß und zu den Einstiegen der
verschiedenen Kletterrouten. Verfolgt man den Steig unter den Wänden weiter,
so gelangt man über einen kurzen Klettersteig in eine Höhle (Mittagsloch).
Durch diese hindurch (kein Licht erforderlich) und in wenigen Minuten zum
Stöhrhaus. Für diesen Weg ist allerdings Trittsicherheit erforderlich (ca. 1
Stunde ab Scheibenkaser.
Abstieg:
Die meisten Routen eignen sich nicht zum Abseilen, bzw. sind nicht zum
Abseilen eingerichtet. Deshalb ist die schnellste Abstiegsmöglichkeit der
Steig durch das Mittagsloch, dessen Einstieg sich ca. 50 m unterhalb des
Stöhrhauses befindet. Durch dieses gelangt man wieder zum Wandfuß und zurück
zum Scheibenkaser. Im Frühjahr kann der Einstieg in Mittagsloch allerdings
noch vom Schnee verschlossen sein. Für diesen Fall ist es möglich vom oberen
Rand der Höhle über eine Abseilpiste zum Steig abzuseilen (2 x 25 m). Der
erste Abseilring befindet sich ganz vorne an der Kante.
Klettertip:
Wer einmal mehrere Tag am Untersberg zum Klettern verbringen möchte, dem
empfehlen wir folgende Vorgangsweise: Anfahrt und Aufstieg über
Marktschellenberg-Ettenberg-Scheibenkaser zum Einstieg der gewünschten Route.
Dort deponiert man die Rucksäcke mit der zusätzlichen Ausrüstung für
Übernachtung auf dem Stöhrhaus. Nachdem man die Route seiner Wahl geklettert
hat, geht's vom Ausstieg in wenigen Minuten zum Stöhrhaus und durch das
Mittagsloch zum Rucksackdepot. Dazu ist es allerdings notwendig, daß man ein
paar leichte Turnschuhe oder ähnliches durch die Wand mitnimmt um den Abstieg
möglichst bequem zu schaffen. Anschließend geht's natürlich wieder mit der
zurückgelassenen Ausrüstung hinauf zu einem gemütlichen Hüttenabend (Dauer
der Aktion "Ab- und Aufstieg", je nach Lage der Rücksäcke ca. 30 -
40 min). Von der Hütte aus sind dann am nächsten Tag sämtliche Zustiege
innerhalb von 15 - 25 min erreichbar.
Nachfolgend sind nun die, meiner Meinung nach, lohnendsten Kletterrouten
aufgeführt. (auf dem Wandfoto von links nach rechts) Natürlich gibt es außer
diesen aufgeführten Routen noch eine Reihe anderer, die im AV Führer
Berchtesgadner Alpen zu finden sind.
Die unendliche Geschichte
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Bereich:
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Untersberg,
Rauheck SO – Wand
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Erstbegehung:
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Laube
Tom, Koller Richard
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Schwierigkeiten:
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VIII +
, oblg. VII +/ VIII -
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Charakter:
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Abwechslungsreiche
Kletterei an Platten, Wänden und Überhängen an teilweise extrem
wasserzerfressenen Fels.
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Ausrüstung:
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60 m
Seil, 10 Expresschlingen
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Ausrichtung:
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Süd-Ost,
Sonne bis ca. 14.30 Uhr
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Zeit:
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ca. 5 -
6 Stunden
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Bemerkung:
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„Die
unendliche Geschichte“ ist mit Sicherheit eine der schönsten
Kletterrouten in diesem Gebiet. Die Absicherung ist hervorragend. Keile und
Friends werden nicht benötigt. Der Abstieg erfolgt durch Abseilen über die
Route mit 60 m Einfachseil. Da die Wand teilweise stark überhängt, muss
man, um den Kontakt zur Wand nicht zu verlieren, an der 2. Absteilstelle
(von oben) einige fix angebrachte Expressschlingen einhängen. Am besten
läßt man sich gegenseitig ab. Einziger Schönheitsfehler dieser Route ist
die unhomogene Schwierigkeit im unteren Wandteil, sowie das Grasband in der
Wandmitte. Nach Regen sollte für eine Begehung mindestens 2 – 3 Tage
abgewartet werden.
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Zufahrt:
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Von
Marktschellenberg nach Ettenberg. Nach ca. 5 km erreicht man rechts einen
Wanderparkplatz.
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Zustieg:
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Der
kürzeste Weg zum Einstieg der Route führt über den Steig des
„Hochkamp“. Den erreicht man wie folgt: Vom Wanderparkplatz in
Ettenberg geht man zunächst auf der Forststrasse bis zur Schranke (ca. 10
min.). Kurz nach der Schranke nach rechts über eine Brücke und auf einer
weiteren Forststrasse steil bergauf. Nach ca. 300 m zweigt links ein Weg
ab. Über diesen erreicht man einen Gratrücken, der von den S-Wänden des
Untersbergs herabzieht. Diesen verfolgt man bis zur ehemaligen Grubenalm,
bei der sich ein kleiner Brunnen mit Wasser befindet (vom Auto ca. 50
min.). Während des Aufstiegs hat man vom oberen Teil des Gratrückens einen
guten Einblick in die Wand. Nun nicht den Weg nach links weiter, sondern
vom Brunnen auf schwachen Steigspuren, bzw. weglos über Wiesen gerade
empor. Nach ca. 15 Min. befindet man sich auf Höhe einer links liegenden
Grasscharte. Diese Grasscharte kann man auch vom Scheibenkaser erreichen
(insgesamt jedoch ca. 15 Min länger). Nun waagrecht eine Schotterriese
queren bis zu einem Latschenfeld Durch dieses in einer Gasse hindurch. Zum
Schluss ansteigend bis zum Wandfuß und über eine kurze Querung in die oft
bis ins Frühjahr mit Schnee gefüllten Rinne. Vom Auto ca 1 ½ Stunden.
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Einstieg:
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20 m
links der Route „Vergessene Welt“.
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Quo Vadis
Richard Koller 2003, Base-Climb ca. 30 m
Eindrucksvolle, fotogene Kletterei aus der Höhle des Mittagsloches.
Leider noch ein Projekt. Solange die "Projektschlinge" im 2. BH
eingehängt ist, bitte nicht in der Route herumprobieren. Wenn die Schlinge
entfernt ist, konnte Quo Vadis entweder geklettert werden, oder sie ist für
jedermann freigegeben. Sämtliche Express sind fix installiert.
Direkter Westpfeiler:
Hans Renoth 1985 VII+/VIII- (VI A0)
Zustieg/Einstieg: Die Seilversicherung des Steiges zum Mittagsloch verfolgen
bis zur ersten Unterbrechung der Versicherung, dann 15 m nach rechts queren,
mind. 13 Express nötig. Die Route ist komplett eingerichtet.
Eiskalt:
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Bereich:
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Untersberg
Südwestwand
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Erstbegehung:
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Richard
Koller und Michael Grassl, 1990, saniert durch Richard Koller
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Schwierigkeit:
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IX-
(oblg VIII -, AO)
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Charakter:
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Steile
Wandkletterei an sehr wasserzerfressenem, rauhem Fels. Früher eine kühne
anspruchsvolle Route. Jetzt mit Bohrhaken sehr gut abgesichert. Die
Schlüsselseillänge ist der Quergang in der 2. Seil-länge. Dann anhaltende
Schwierigkeiten bis zum Ausstieg.
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Zustieg/Einstieg:
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2 m
rechts von auffälliger Nische am Wandfuß.
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Material:
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Route
ist komplett mit Bohrhaken abgesichert. 11 Express Schlingen
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Wandhöhe:
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230 m
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Zeit:
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ca. 5
– 6 Stunden
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Abstieg:
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Vom
Ausstieg in wenigen Minuten zum Stöhrhaus und durch das Mittagsloch zurück
zum Einstieg.
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Südwest Wand:
Anderl Hinterstoisser u. Toni Kurz 1934
VI (V+ A0) klassische beliebte Route mit mehreren Quergängen
Zustieg/Einstieg: Wie Eiskalt. 20 m gerade empor zu Stand an geklebten Ring
vor dem Beginn des ersten Quergangs. Evt. einige Keile und Friends.
Schwarzer
Sheriff:
Richard Koller und Michael Grassl 1989
VII + Stelle (VII- A0) saniert durch Richard Koller und Anton Hasenknopf 2000
Zustieg/Einstieg: 10 m rechts von auffälliger Nische am Wandfuß. Über einen
Vorbau gerade hoch und nach ca. 15 m Stand. Nun gerade weiter, jedoch nicht
zum nun sichtbaren Stand der klassischen Südwest Wand, sondern 2 m unterhalb
schräg rechts aufwärts, zuletzt ohne Haken jedoch mit guten Keilmöglichkeiten
zum nächsten Stand gemeinsam mit der Südwest Wand. Einige Keile und Friends
mitnehmen.
Zeichen der
Zeit:
Richard Koller und Gerhard Benischke 1995
VIII + Stelle
Zustieg/Einstieg: wie Schwarzer Sheriff, jedoch nach dem Stand auf dem Vorbau
weiter über die markante Piazschuppe. Diese Schlüsselstelle ist zwingend zu
klettern. Die letzten Seillängen verlaufen gemeinsam mit dem Schwarzen
Sheriff. Die Route ist komplett eingerichtet.
Untersbergmandl:
Richard Koller und Rudi Brandner 1989
VII- (VI A0) saniert durch Richard Koller 2000
Zustieg/Einstieg: Beliebig über die ersten 2 oder 3 SL der klassischen
Südwest Wand oder den Schwarzen Sheriff. Nach dem 2. Quergang der Südwest
Wand nochmals ca. 15 m nach rechts zum eigentlichen Beginn des
Untersbergmandl queren. Unbedingt mittlere Friends und Keile mitnehmen.
Lusabethweg:
Richard Koller und Thomas Laube 2003 VIII
(VII + A0)
Zur Erinnerung an Franz Huber, den ehemaligen Bauern vom Lusabethlehen und
Scheibenkaser
Zustieg/Einstieg: Wie beim Untersbergmandl beliebig über die ersten 2 oder 3
SL der klassischen Südwest Wand zum eigentlichen Beginn des Untersbergmandl.
Nun nicht gerade empor, sondern den Haken folgend weiter nach rechts. Friends
der Größen: 1 / 1,5 / 2,5 notwendig.
Direkte
Pfeilersüdwand "Schertle Pfeiler"
Werner Schertle und Hein Steinkötter 1962
IX (VIII A0/A1) ehemals überwiegend hakentechnische Kletterei (A2/A3) saniert
durch Richard Koller 1997 in 10 (!) Tagen und 2 Tage Umbohrarbeiten von
falsch gesetzten Haken
Zustieg/Einstieg: Auf einem Band, das von rechts nach links in die Wand
zieht, bei rötlich gefärbten Fels, in Fallinie zwischen Süd- und Ostpfeiler
(geklebter Ringhaken, nicht zu verfehlen).
1.SL. Gleich zu Beginn über einige kurze
brüchige Stellen gerade empor.
VI 6 BH Diese erste SL sieht zwar nicht gerade einladend aus, es war jedoch
die einzige Möglichkeit irgendwo einzusteigen ohne die " noch
brüchigere" Rampe des alten Zustiegs zu benutzen. Nicht abschrecken
lassen, gleich wird's besser.
2. SL Schöne Kletterei, leider sehr kurz. Schlüsselstelle kommt beim letzten
VIII- 6 BH Haken. Theoretisch könnte man die dritte SL noch dranhängen, wegen
der Seilreibung ist es jedoch nicht ratsam.
3.SL Mit dieser Länge trifft man wieder
auf die Rampe, welche den ur-
V+ 3 BH sprünglichen Zustieg zum Schertle- bzw. Hinterstoisserpfeiler
darstellte. Hier besteht die Möglichkeit noch die "Kurve" zu
kratzen und über den Hinterstoisserpfeiler auszukneifen (der
Hinterstoisserpfeiler wurde ebenfalls saniert, R.P. auf neuer Linienführung
VIII- oder VI A0/A1).
4.SL Schöne Wandkletterei, leider auch
wieder sehr kurz.
VII/VII+ 4 BH
5.SL 30 Meter Quergang! Zuerst etwas
absteigen und dann über Platten in
V+ 5 BH die Mitte des Pfeilers queren. Der letzte BH steckt etwas zu tief!
6.SL Jetzt wird's ernst! Etwas rechts von
der Orginalführe geht's nun in sehr
VIII- 7 BH schöner Kletterei weiter. Zwischen dem dritten und vierten BH sind
in einem Spalt einige Faustgroße Steine eingeklemmt, die man als Griff
benutzen muß. Obwohl die Steine aussehen als ob sie nicht halten, sind sie
fest. Danach kommt ein S....blöder Aufrichter.
7.SL Bei freier Kletterei, eine der
Schlüsselstellen der Tour. Obwohl nur
VIII+/IX- 5 BH 2 - 3 Meter schwer sind, ist es nicht einfach darauf zu
kommen, wie die Stelle geht.
8.SL Von diesem Standplatz, der früher
als Biwakplatz benutzt wurde, ge-
II 1 BH langt man mittels eines einfachen Quergangs nach links zum
"Herzstück der Tour" dem Riesenüberhang.
9.SL Dieser Überhang sieht von unten
grausiger aus, als er zum Klettern ist.
VII+ 4x A0 11 BH Originelle Kletterstellen und "No-Hand-Rests" ,
sowie extreme
(IX) Ausgesetztheit kennzeichnen diese Seillänge. Leider mußten wir hier
viermal die Hilfe von Haken (schwarze BH-Plättchen) in Anspruch nehmen um den
Standplatz über dem Dach zu erreichen. Der Felszapfen in der Mitte des
Überhangs sieht zwar aus, als ob er jeden Moment abbrechen würde, er ließ
sich aber trotz intensiver Bearbeitung nicht überreden den Weg in die Tiefe
zu nehmen.
10.SL Der folgende überhängende Riß läßt
sich überraschenderweise gut
VII/VII+ 10 BH klettern. Im Anschluß folgt eine Passage bei der es durchaus
vorkommen kann, daß der eine oder andere Griff wackelt (brüchig).
11.SL Diese Seillänge bietet wieder
festen Fels. Ansonsten stellt diese SL
VII 8 BH keine besonderen Anforderungen dar.
12.SL Schlüsselseillänge!
IX-/ IX a.f. 10 BH Wäre diese SL im Klettergarten, würde die Bewertung so um
VIII + liegen. Jedoch nach elf vorangegangenen SL machen sich vielleicht bei
dem einen oder anderen bereits erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Diese
Länge konnte von uns nur mit Rasten in einem Haken bewältigt werden. Es ist
besser den ersten ZH gar nicht einzuhängen oder ihn nachträglich wieder
auszuhängen (Seilreibung).
13.SL Wer nun glaubt es geschafft zu
haben, der täuscht sich. Vom ersten
VIII 7 BH zum zweiten ZH muß man sich schon etwas einfallen lassen, um diese
Stelle zu klettern. Auch im Anschluß geht's noch mal zur Sache: Mit dicken
Unterarmen muß man aus dem reichhaltigen Griffangebot die richtigen finden,
und darf sich dabei nicht verleiten lassen den Weg in eine Sackgasse zu
nehmen (am besten immer direkt bei den Haken klettern).
14.SL Nachdem Ihr Euch im Wandbuch
verewigt habt, geht's ins Finale.
V+ 4 BH 1 SU Obwohl diese letzten paar Meter nur ca. V+ sind, kletterte ich
diese Länge aufgrund schwindender Kräfte des öfteren am Limit.
Obligatorisch: VIII A0-A1
Material: Die Route ist komplett mit
Bohrhaken ausgerüstet.
11 Express plus Standplatzsicherung
Zeit: 6 - 7 Stunden
Hinweis: Vor einer Begehung sollte darauf
geachtet werden, daß die Seillängen unter dem großen Dach trocken sind, da es
vorkommen kann, daß nach längerem Regen aus dem Berginneren Wasser dringt.
Anmerkung: 1. On Sight Begehung durch T.
Huber
Pfeilersüdwand
"Hinterstoisser"
Toni Kurz und Anderl Hinterstoisser 1936
VII 1 x AO Seilzugquergang (VI AO)
Saniert durch Anton Hasenknopf und Richard Koller 2000
Zustieg/Einstieg: wie beim Schertle Pfeiler. Die hier beschriebene Linie
stellt den Orginalweg der Erstbegeher dar. Vom Einstieg (geklebter Ringhaken)
ein Band ca. 25 m nach links verfolgen zu Stand. Nun 2 SL die teilweise
brüchige Rampe rechts aufwärts. Diesen Teil kann man auch umgehen, in dem man
den neuen Einstieg des Schertle Pfeilers benützt. Beginn der Schwierigkeiten.
In schöner Kletterei über einige kleinere Überhänge immer weiter schräg
aufwärts. Die darauf folgende Länge leitet unter ein Dach, welches auf seiner
rechten Seite umgangen wird, um dann mittels eines Seilzugquerganges an der Dachkante
in einer links-rechts Schleife zum Stand führt. Ende der
Hauptschwierigkeiten. Die folgenden 3 SL führen nun über Verschneidungen,
Risse und Rinnen in deutlich leichterem Gelände zum Ausstieg. Die
Seilzugstelle kann auch über eine direkte Variante umgangen werden,
allerdings muß dabei eine Stelle im unteren VIII Grad zwingend geklettert
werden. Einige mittlere Friends und Keile für die leichteren SL mitnehmen.
Pfeilermix:
Richard Koller und Thomas Laube 2000
VIII+/IX+ (VIII- A0)
Zustieg/Einstieg: wie beim Schertle Pfeiler bzw. Hinterstoisserpfeiler
"Pfeilermix" ist eine Kombination aus Teilen verschiedener Routen.
Im unteren Teil klettert man den neuen Einstieg vom Schertle Pfeiler. Dann
geht´s über den Hinterstoisserpfeiler weiter. Der Seilzugquergang wird dabei
durch eine direkte Variante umgangen. Von hier geht es dann 30 m nach links,
und in sechs neuen, eigenständigen Seillängen zum Ausstieg.
Barbarossa:
O. Praxenthaler und S. Wermuth 1988 IX
(VIII + A0)
Zustieg/Einstieg: ca. 20 m links der Fallinie des Barthkamins. Die
Schlüsselstelle befindet sich in der 4. SL, ein leicht überhängender Riß. Die
Route ist mit Bohrhaken gut abgesichert, jedoch an einigen Stellen etwas
brüchig.
Direkter
Einstieg zum Barthkamin:
Grießer und Raudaschl 1937 VII/VII+ (1
Stelle) VI- A0, saniert durch Traunsteiner Kletterer 1995?
Zustieg/Einstieg: 100 m links der Südwand, in Fallinie des Barthkamins. Die
Route ist komplett eingerichtet.
Just for Fun:
Richard Koller und Michael Grassl 1996
VIII- (VII+ A0)
Zustieg/Einstieg: Zwischen direktem Zustieg zum Barthkamin und Südwand. Zu
Beginn der Route muß man gleich beim 1. BH eine Höhlenüberhang überwinden,
welcher die Schlüsselstelle darstellt. Nach der Hälfte der Route trifft man
auf den Stand am Beginn des Barthkamins. Von hier rechts haltend empor über
die große Höhle. Am Schluß der Just for Fun quert man auf einem Band nach
links in den Barthkamin, da die restlichen Meter zur Hochfläche sehr brüchig
sind. Etwas unhomogene Schwierigkeiten. Komplett eingerichtet.
Südwand:
Barth und Niedermayer 1907 III +
Sehr beliebte, häufig begangene Kletterei. Leider schon ziemlich
abgeschmiert.
Zustieg/Einstieg: Vom Wandfuß in einer großen links rechts Schleife zum
eigentlichen Beginn der Route. Der Verlauf ist durch deutliche Begehungsspuren
leicht zu finden. Im oberen Teil der Südwand hat man die Wahl über einen
Kamin oder nach rechts über Schroffen auszusteigen. Eventuell Friends und
Keile.
Barthkamin:
Barth und Vogl 1908 IV +
Zustieg/Einstieg: wie bei der Südwand.
Vom Band der Südwand (4. SL) nach links weiterqueren, zuletzt absteigen zum
Beginn des eigentlichen Barthkamins. Im Frühjahr oft naß. Eventuell Friends
und Keile.
Direkte Gelbe Mauer:
H. Kraft u. H. Brandner 1972 VI+ A1/A2 (Bewertung bei Erstbegehung) Erste
Rotpunktbegehung nach der Sanierung 1996 durch R. Koller und T. Laube
VIII-/VIII
Zustieg/Einstieg: auf den Weg zur Südwand am Wandfuß über ein Geröllfeld nach
rechts in eine Grasscharte. Rucksackdepot. Von dort über Schroffen ca. 80 m
empor. Einstieg in Fallinie des markanten schrägen Risses.
Über kaum eine Route wurde soviel geschrieben, diskutiert und gestritten
als über die Direkte Gelbe Mauer. Damit sich jeder seine eigene Meinung
darüber bilden kann, möchte ich hier die ganze Geschichte über die Route
erzählen.
Die Direkte Gelbe Mauer wurde von den Erstbegehern "Kraft/Brandner"
1972 in teils freier und teils technischer Kletterei erstbegangen. Da das
damals angebrachte Sicherungsmaterial wie Haken, Holzkeile, Schlingen und
dergleichen keine zuverlässigen Eindruck erweckte , galt die Route damals als
eine der schwierigsten und gefährlichsten Klettereien in den Berchtesgadner
Alpen. Aus diesem Grund erhielt sie auch nur wenige Wiederholungen. Da
natürlich dann auch der Zahn der Zeit am ohnehin schon schlechten Material nagte,
war die Direkte Gelbe Mauer die letzten Jahre dann so gut wie nicht mehr
begehbar. Deshalb scheiterten damals auch sämtliche Versuche einer
Rotpunktbegehung.
Nachdem wir uns dann 1996 die Erlaubnis von einem Erstbegeher eingeholt
hatten, sanierten wir die Route. Dabei eröffneten wir auch einige Varianten,
wie z.B. einem direkten Einstieg. Innerhalb kürzester Zeit wurde so die
Direkte Gelbe Mauer nun zu einer der beliebtesten Routen am Untersberg.
Im Sommer 2002 wurde dann auf Drängen der Huber Brüder an die Erstbegeher die
Route "resaniert". Das heißt: die Tour mußte in den original
Zustand zurückversetzt, sowie sämtliche Varianten abgebaut werden. Da sich
die Erstbegeher voll hinter den Vorschlag der Hubers stellten, wurde nun die
Route von einer Kleinen Gruppe Resanierer umgebaut. Jedoch hat der jetzige
Zustand nichts mit dem original Zustand von damals zu tun. Man muß nun einige
Stellen im oberen VII Grad sicher klettern können, da man sonst mit sehr
weiten Stürzen rechnen muß. Die Mehrzahl der Berchtesgadner Kletterer spricht
sich gegen diese Aktion aus, sodass einige schon darüber nachdenken , die
Route an ihren schwierigsten Stellen zu entschärfen. Für eine Begehung im
jetzigen Zustand sind Friends und Keile unbedingt notwendig.
Child of Sun:
Michael Grassl und Rudi Brander nach Vorarbeiten mit Heiß Anderl 1990 IX
(VIII A0)
Zustieg/Einstieg: ca. 30m rechts unterhalb des Einstiegs der "direkten
Gelben Mauer"
Child of Sun ist bei freier Kletterei eine der schwierigsten und
anspruchsvollsten Routen am Untersberg. (Bisher erst wenige Wiederholungen. )
Sie bietet bis auf wenige Meter in der 2. Seillänge festen Fels und steile
Kletterei. Bei einer freien Begehung muss an einer A0 Stelle in der 2.
Seillänge etwas neben den Haken geklettert werden. An einigen Stellen kann in
die "direkte Gelbe Mauer" ausgequert werden. Mittlere Klemkeile
zusätzlich anwendbar.
Anmerkung: 1. Rotpunktbegehung Thomas Huber
Happy Days:
Richard Koller und Thomas Laube 1999 VIII 2 Stellen (VII A0)
Zustieg/Einstieg: wie bei der Direkten Gelben Mauer in die Grasscharte.
Rucksackdepot. Von dort am Wandfuß ca. 80 m waagerecht nach rechts queren zu
einer Nische. Die erste Seillänge ist genau 50 m lang. Die Kette nach 25 m
ist zum Abseilen gedacht. Die Schlüsselstellen der Route befinden sich in der
5. und 6. Seillänge und können an zwei fixen Expressschlingen technisch
geklettert werden. Bei Happy Days kann mit einem 60 m Seil über die Route
abgeseilt werden.
Schimke Pfeiler:
H. Reischl und K. Schimke 1943 V+
Zustieg/Einstieg: wie bei der Direkten Gelben Mauer oder Happy Days in die
Grasscharte. Am Wandfuß nach rechts queren und über ein Schroffenfeld ca. 50
m absteigen. Nun rechts um ein Eck und über Schroffen wieder ca. 50 m empor.
Der Einstieg befindet sich einige Meter rechts von einem Kamin. In der 4. SL
hat man die Möglichkeit entweder einen 40 m hohen Riß (selten begangen) oder
über eine rechts/links Schleife zu klettern. Vom Ausstieg über Schroffen ca.
60 m empor, nach links in eine Rinne und über deutliche Begehungsspuren zum
Gipfel in ca. 20 min.
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